Interview des Oldenburger Wirtschaftsmagazins
Im Internet hat der Oldenburger Einzelhandel noch Luft nach oben
Im Interview mit dem Oldenburger Wirtschaftsmagazin erläutert Helmut Jordan, was eine gute Webpräsenz ausmacht.
Das Interview führte Anja-M. Gieselmann
für das Oldenburger Wirtschaftsmagazin 2009/03
In welchem Umfang nutzt der Oldenburger Einzelhandel das Web?
H. Jordan: Das hängt ein wenig von der Branche ab, aber im Internet vertreten ist heute wohl der Großteil der Unternehmen.
Wie bewerten Sie die Auftritte? Gibt es herausragende positive Beispiele?
H. Jordan: Man muss leider sagen, dass der Großteil der Internetauftritte unserer Oldenburger Einzelhändler nocdeutlich Luft nach oben gibt. Ich möchthier nicht namentlich Noten verteilen, auch nicht gute – schon allein, weil wir selbst den ein oder anderen Auftritt gemacht haben. Das Bewerten kann jeder sehr gut selbst tun: Fragen Sie sicheinfach, kommen die Internetauftritte den Kundenwünschen entgegen oder kommen sie kaum über ein müdes „Wir über uns“ hinaus. Über 50 Prozent der Kunden recherchieren heute im Internet, bevor sie kaufen – Tendenz gewaltig steigend – die erwarten, dass sie erkennen können, welches Geschäft das Objekt der Begierde vorrätig hat. Grundsätzlich: Wie bei jeder erfolgreichen Geschäftskommunikation muss auch im Netz klar beantwortet werden „Was hab ich dem Kunden zu bieten? Und was bringt’s ihm?“
Was gehört zwingend zu einem erfolgreichen Auftritt? Und umgekehrt: Was bringt wenig oder nichts?
H. Jordan: Es beginnt mit dem „Gefundenwerden“: Neben einem vernünftigen Domain-Namen gehört dazu eine Suchmaschinenoptimierung, die dafür sorgt, dass man bei Stichwortrecherchen möglichst auf der ersten Seite der Suchergebnisse landet statt auf Rang 12.365. Sodann folgt die „Usability“, also die nutzerfreundliche Übersichtlichkeit und gute Handhabbarkeit der Seiten, beginnend mit einer überschaubaren Navigation. Drittens ist das Internet ein Medium, von dem Aktualität erwartet wird. Wer dies missachtet und erkennbar veraltete Information auf seinen Seiten feilbietet, dessen Präsenz wird schlicht und einfach als „Datenschrotthaufen“ abgeurteilt. Wenig bringt dem Einzelhändler die schiere „Visitenkarte im Internet“, er zahlt dafür alle Grundkosten, ohne wirklich Kundenfragen damit zu beantworten.
Wie kann ein Händler von den Auftritten seiner Marken profi tieren?
H. Jordan: Ganz erheblich: Marken, die kommuniziert werden, erlauben dem Kunden, sich gezielt näher zu informieren. So werden nachweislich entscheidende Kaufi mpulse gegeben. Hier wird dann natürlich das oben Gesagte wichtig: Kunden recherchieren im Netz, wo sie diesen Markenartikel kaufen können. Händler, die dann keine entsprechenden Angaben auf ihren Seiten haben, fallen ganz einfach raus.
Unterstützen Markenhersteller ihre Einzelhändler bei der Webpräsentation beispielsweise durch die Bereitstellung von elektronischem Bildmaterial von aktuellen Kollektionen?
H. Jordan: Das ist noch längst nicht selbstverständlich. Manchmal ist es für die Händler sogar schwierig, an Datenmaterial von Markenherstellern heranzukommen.
Welchen Aufwand verursacht die notwendige Aktualisierung?
H. Jordan: Das ist extrem branchenabhängig; bei großen Datenbanken, kann der Änderungsbedarf schon etwas aufwendig sein. Aber der durchschnittliche Internetauftritt sollte dank moderner Content Managementsysteme mit Bordmitteln ständig selbst aktuell gehalten werden können.
Wie viel (Zeit, Personal, Geld) muss in einen guten Auftritt investiert werden?
H. Jordan: Auch hier ist die Spanne groß. Raten kann ich nur jedem Interessenten, mehrere Angebote einzuholen und genau zu beachten, welche Leistungen darin enthalten sind.
Die Preisunterschiede sind selbst bei vergleichbarem Leistungsumfang groß.
